Ich bin zu alt

für diesen Scheiss. Ehrlich.

Ich durfte gestern von Arbeit aus in unsere schöne Hauptstadt fahren. Leider war es dafür nötig, eine Stunde früher als normal aufzustehen. Ich bin zwar zeitig ins Bett gegangen, aber trotzdem war ich hundemüde.

Die Zugfahrt war auch nicht der Bringer, ich saß leider neben einem Mann, der sich die Zähne nicht geputzt hat und viel und herzhaft gähnte. Dabei kam jedesmal eine Wolke übelstriechender Luft zu mir rüber. Und das, wo meine Nase durch die Schwangerschaft eh schon empfindlicher ist als sonst. Die letzte halbe Stunde hab ich nur noch mit zugehaltener Nase überstanden.

Der Termin selbst war erfolgreich, aber auch sehr anstrengend. Wir haben über 6 Stunden alle möglichen Zahlen umeinander geschoben, geforscht und umgebucht, was das Zeug hält. Ich hatte danach einen Kopf, der nicht mal mehr durch ein Scheunentor passte und wollte nur noch meine Ruhe haben.

Aber es stand ja noch die Zugfahrt zurück an. Der Wagen wie immer gerammelt voll, aber zum Glück hatte ich eine Platzreservierung. Von den 6 freien Plätzen im Umkreis musste sich natürlich ausgerechnet der neben mir ausgesucht werden. Aber zum Glück war er ruhig und atmete nicht, zumindest nicht in meine Richtung 😉

Meine Jungs holten mich liebenswerterweise vom Bahnhof ab, so dass ich meinen schweren Rucksack auf dem Bahnsteig abgeben konnte. Daheim hat’s nur noch fürs Sofa gelangt und ich bin dann auch recht zeitnah ins Bett.

Wenn ich daran denke, dass ich sowas früher auf der linken Pobacke abgerissen hätte und abends noch feiern gegangen wäre …
Mei, ich werd echt alt.

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Shoppingfrust

Lange werde ich vor der Welt nicht mehr verbergen können, dass ich schwanger bin. Auch, wenn ich erst in der 11. Woche bin, zeigt sich schon ein ordentliches Bäuchlein und auch meine Klamotten fangen an zu kneifen und zu zwacken. Und da ich sowas gar nicht mag, wollte ich gestern ein paar Umstandshosen kaufen.

Ich steuerte als X&Y an, da ich dort bei Babysachen ganz gute Erfahrungen gemacht habe und direkt daneben auch die werdende-Mama-Abteilung ist. Scheint auch gerade SSV zu sein, viele der Klamotten waren runtergesetzt. Yeah!
Doch zu früh gefreut. Ich schaute mir die Hosen an und die sahen selbst in der 46 nicht so aus, als könnten sie mir passen. Ich packte mir trotzdem 3 Exemplare auf den Arm und marschierte Richtung Umkleide. Doch schon bei Hose 1 die Ernüchterung: viel zu eng für meine Beine. Hosen 2 und 3 das selbe Trauerspiel. Also diesen Versuch kurzerhand für gescheitert erklärt und erstmal in die Unterwäscheabteilung gewandert. Denn in der Region und der Etage darüber kneift es doch mittlerweile ganz arg. Mit ein wenig Widerwillen die Größe 44/46 eingepackt und noch 3 BHs zur Anprobe mitgenommen. Wenigstens einer von denen passte. Immerhin ein Anfang, mit dem ich einige Zeit über die Runden kommen sollte.

Neben X&Y ist gleich F&L, also habe ich gleich dort auch noch mein Glück versucht. Es mögen ja andere werdende Mamis auf den Laden schwören, aber ich fand die Auswahl einfach nur grauslig. Seltsame Farben, seltsame Stoffe und von den Schnitten ganz zu schweigen. Ich hab mir die Anprobe geschenkt und bin lieber nach Hause gegangen.

Dort forschte ich nach meinen Klamotten aus der ersten Schwangerschaft und siehe, diese passen immer noch. Selbst die Jeans in Größe 40!

Welcher Designer denkt sich eigentlich die heutigen Schnitte für die Klamotten aus? Ist es tatsächlich zuviel verlangt, sich ein wenig mit dem Thema Schwangerschaft auseinanderzusetzen und bspw. zu wissen, dass geschwollene Beine ein durchaus typisches Symptom in dieser Zeit sind? Und das ich da nicht die Ultra Slim Fit einfach nur mit einem labbrigen Bund ausstatten kann? Mal ganz abgesehen davon, dass eine Slim Fit in Größen jenseits der Magermodel-36 IMMER wie eine Presswurst aussehen. Selbst zu Zeiten, als ich Größe 36 tragen konnte (und oft für magersüchtig gehalten wurde), passte ich nicht in solche Modelle, weil ich eben keine Zahnstocher als Beine habe.

Wieauchimmer, ich hab ja noch meine alten Klamotten. Bei denen auch ein Rock dabei ist. Saupraktisch für den bevorstehenden Winter. Weil Strumpfhosen für lange, große Frauen auch noch so ein Thema für sich sind. Mal schauen, vielleicht finde ich ja diesmal welche, in die ich passe und bei denen mir der Bund auch bis über die Oberschenkel reicht.

Lone Ranger

Wir waren dann letzte Woche doch noch im Kino. Das aktuelle Programm ist derzeit richtig mau, so dass wir uns trotz der vielen schlechten Kritiken für Lone Ranger entschieden haben. Wegen Johnny Depp und Helena Bonham Carter.

Das wichtigste zuerst: die schlechten Kritiken sind vollkommen berechtigt. Ich habe mich selten bei einem Film so gelangweilt, und ich habe echt schon ne Menge Rotz gesehen.
Auf satten 149 Minuten Länge zieht sich eine müde, absolut vorhersehbare Story wie Kaugummi. Es ist völlig unverständlich, warum dieser Film so lang sein muss. Für den Plot sicherlich nicht, denn der ist locker in 5 Minuten erzählt, mit allen Wendungen. Für die Charaktere auch nicht, denn obwohl sie von der Grundanlage viel Entwicklungspotential haben, bleiben sie den ganzen Film über flach und unausgereift.

Die beiden Helden sind der tatsächliche und einzige Lichtblick. Johnny Depp, der auf den Filmfotos sehr nach einem Jack-Sparrow-Verschnitt aussieht, schafft es, sich wohltuend von seiner Figur des Käpt’n zu distanzieren und einen sehr stillen, in sich gekehrten Indianer zu mimen. So etwas können nur die wirklich guten Schauspieler. Diese Leistung ist eine Herausforderung für Armie Hammer, um da nicht komplett in der faden Story unterzugehen. Und doch schafft er es, als guter Gegenpart zu überzeugen. Von dem möchte ich gerne mehr sehen.

Doch beide leiden unter der sehr schwachen Geschichte, die zu oft in Slapstick-Komik abrutscht und dort nur schwer wieder heraus findet. Überhaupt wurde die Komik in diesem Film zum Zwang, was mir besonders im Nachhinein massiv sauer aufstieß. Da stirbt des Heldens Bruder und er verzieht nicht einmal die Mine in Trauer, weil sofort der nächste Gag lauert. Da erfährt eine Frau vom Tod ihres Mannes und es bleibt nur Zeit für ein paar ungläubig aufgerissene Augen, da bereits wieder die Humorkeule geschwungen wird. Dass das Kind so völlig nebenbei vom Tod seines Vaters erfährt und nicht mal Zeit bleibt, eine Träne zu verdrücken – wenn nicht beim Kind, bei wem denn dann? – reiht sich da nur konsequent ein.

All dies wird mit unsäglicher Kinomusik von Hans Zimmer untermalt. Da bleibt kaum eine Sekunde ohne Noten, selbst die kleinste Geste muss noch musikalisch akzentuiert werden. Die eh schon schwer erträglichen, weil schon hundert mal in anderer, meist besserer Form, gesehenen Action-Szenen werden durch die Musik erst richtig zur Tortur.

Selten war ich so froh, dass ein Film endlich vorbei war.

Randbemerkung: Als wenn der Film nicht schon grausam genug war, war der Abend selbst auch keine Werbung fürs angeblich darbende Kino. Durch Personalmangel und weil unbedingt noch der Eisverkäufer ergebnislos durchs zum Glück spärliche Publikum gejagt werden musste, fing der Film erst mit guten 15 Minuten Verspätung an. Nach 20 Minuten wurde die Aufführung dann jäh unterbrochen, wir sollten doch bitte in einen anderen Saal umziehen, da es in jenem Saal technische Probleme geben würde. Wir 20 Besucher tauschten also mit den ca. 200 Besuchern des anderen Saals die Plätze. Wir hatten uns alle nach 5 Minuten sortiert, durften aber warten, bis dies auch die 200 anderen Gäste geschafft hatten, erst dann wurde unser Film wieder gestartet. Macht nochmal lockere 20 Minuten Wartezeit. Zu allem Überfluss wurde der Abspann, den ich mir tatsächlich gern in voller Länge gebe, in bester Fernsehmanier einfach so abgeschnitten.
Auf das als Wiedergutmachung angebotene Eis nach der Vorstellung habe ich verzichtet. Ich war pappsatt!

Simple Mathematik

Ich habe viel zu wenig Zeit und ich bin chronisch müde. Dieses Wochenende kann ich das auch schön mit Zahlen festmachen.

Von den 60 Stunden Wochenende (Freitag 20:00 Uhr bis Montag 08:00 Uhr) habe ich 33 Stunden geschlafen:
von Freitag auf Sonnabend: 12 Stunden
Sonnabend nachmittag: 2 Stunden
von Sonnabend auf Sonntag: 12 Stunden
von Sonnabend auf Sonntag: 7 Stunden

Bleiben übrig: 27 Stunden wach.

Wach, aber nicht munter. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich bei der letzten Schwangerschaft auch so dermaßen müde war oder soviel geschlafen habe. Andererseits war da auch noch kein kleiner Quälgeist und ich war nicht arbeiten, weswegen ich nicht immer Punkt 7 oder 8 aufstehen musste.

Ich hoffe sehr, dass sich das nach den ersten 12 Wochen ein wenig legt und sich mein Körper an die Umstellung gewöhnt hat. Ich mag zwar mein Bett sehr, aber so hin und wieder was anderes als Schlafen wäre auch schön.

Gesprächsbedarf

Das Blöde am Alltag ist, dass oft die wichtigen Dinge zu kurz kommen. Das Füreinander Zeit nehmen und das Miteinander reden. Aktuell wird die Situation noch dadurch verschärft, dass ich permanent müde bin und die eh schon knappe Zeit noch knapper wird. Also haben der Göttergatte und ich die letzten Wochen kaum noch geredet. Nur die essentiell notwendigen Dinge wurde besprochen wie „Was soll eingekauft werden?“ oder „Was gibt es zum Abendbrot?“.

Wenn dies passiert – das kommt ja jetzt nicht zum ersten Mal vor – schleicht sich bei mir eine Unruhe und Unzufriedenheit ein, die ich nur schwer verorten kann. Ich merke, dass etwas nicht stimmt, aber kann nicht benennen, was dieses etwas genau ist. Und das macht mich erst recht fuchtig.

Als mein Mann Anfang der Woche vorschlug, wir sollten die kinderfreie Zeit (der Kurze ist bei den Großeltern verurlaubt) mit einem Kinobesuch nutzen, hielt sich meine Begeisterung in sehr engen Grenzen. Ich konnte mich nicht so recht für einen der derzeit laufenden Filme entscheiden. Was sicherlich auch am Kinopgrogramm liegt, denn so ein richtiger cineastischer Brüller ist gerade nicht am Start. Aber es lag nicht nur daran, da musste es noch was anderes geben.

Auf dem Heimweg überlegte ich, was wir nun tun sollten. Einerseits fand ich es schön, dass sich mein Mann um eine Unterbrechung im Alltag bemüht hatte, andererseits hatte ich einfach keinen Nerv für Kino. Aber was könnte denn eine Alternative sein? Ich entschied mich, den Vorschlag eines gemeinsamen Abendessens bei unserem Stammgriechen zu machen. Nach der ersten Enttäuschung, dass wir nun doch nicht ins Kino gehen, fand der Vorschlag Anklang beim Göttergatten und so gingen wir los.

Am Anfang schleppte sich die Unterhaltung ein wenig, irgendwie mussten wir erst wieder den Draht zueinander finden. Doch das legte sich bald und am Ende haben wir über die aktuellen und zukünftigen Ereignisse in unser beider Leben sprechen können. Wir konnten über Ängste und Befürchtungen sprechen und diese auch gegenseitig relativieren. Es waren große Sachen dabei wie „was ist, wenn das Kind nicht gesund ist“, aber auch kleinere Sachen wie „zum Geburtsvorbereitungskurs gehst du diesmal alleine“.

Ich fand diesen gestrigen Abend sehr wichtig und notwendig und ich bin seitdem auch wieder viel ruhiger. Wir sollten allerdings in Zukunft beide darauf acht geben, dass wir mehr und öfter miteinander reden, um gar nicht erst diesen riesigen Gesprächsbedarf und die schleichende Entfremdung aufkommen zu lassen.

Wer lesen kann,

ist klar im Vorteil. Ganz ehrlich. Und auch besser für meinen Blutdruck. Wirklich.

Meine allerliebste Lieblingskollegin ist dieser hohen Kunst anscheinend nur bedingt mächtig, denn heute entspann sich folgender Emailverkehr:

„ich habe diese Rechnung kontiert und wollte sie dann sachlich richtig zeichnen. Hm, nun weiß ich nicht mehr weiter..
Bitte gucken Sie sich den Vorgang doch einmal an.“

Anbei ist ein Screenshot, auf welchem 2x groß eine Meldung prangt, warum die Rechnung nicht verarbeitet werden kann. In meiner Antwort weise ich sie entsprechend darauf hin:

„wie Sie dem Screenshot entnehmen können, fehlen in der Rechnung entscheidende Angaben: Achtung: Angabe1, Angabe2, Angabe3, Angabe4 müssen gefüllt sein. Und im Umlauf ist kein Angabe3 eingetragen.“

Für mich ist damit die Sache erledigt, aber nicht für Frau Schnittenfittich:

„das hatte ich alles eingetragen. Der Vorgang ging trotzdem nicht. Das Bild habe ich nur für Sie noch einmal aufgemacht.“

Ich schaue noch mal im System nach, vielleicht habe ich beim ersten Nachschauen doch etwas übersehen oder sie hat die fehlende Angabe inzwischen nachgetragen und das System weigert sich immer noch. Aber nein, Angabe3 ist weiterhin leer. Also der nächste Versuch meinerseits:

„Wenn ich den Umlauf öffne, fehlt Angabe3:“ Dazu hänge ich einen Screenshot an die Mail an, in der die fehlende Angabe rot umrandet markiert ist.

Als Antwort bekomme ich ein fröhliches: „ok, ich versuche es noch einmal. Das mit Angabe3 ist ein guter Hinweis. Dankeschön ;-))“

Kopf -> Tischplatte

 

Frotteur

Oder auf deutsch Frottierer: ein Mensch, der dadurch sexuell stimuliert wird, dass er sich an anderen Menschen reibt. (Quelle: Wikipedia)

Und was hat das bitteschön in diesem Blog zu suchen? Nun, ich hatte heute das zweifelhafte Vergnügen, beim Bäcker an ein Exemplar dieser Spezies zu geraten.

Ich warte da so morgenmufflig in der Schlange vor mich hin, den germanischen Sicherheitsabstand von einer Armeslänge beachtend, als sich ein Mann einfach so zwischen den vor mir Wartenden und mich drängelt. Ich wollte gerade tief Luft holen, als sich der Typ umdreht, mich anguckt und dann erstaunt fragte, ob ich denn anstehen würde. Ich bejahte, und er meinte, dass es für ihn so ausgesehen habe, als würde ich abseits stehen und nicht warten.

Ich erwiderte daraufhin, dass ich meinen Vordermännern eher selten direkt in den Arsch krieche (hatte ich erwähnt, dass ich morgenmufflig bin?). Er murmelte noch irgendwas unverständliches, aber schob sich immer weiter an mich ran. Unangenehm nah ran. Und die Bedienung trödelte irgendwie extra langsam rum. Oder vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil die ganze Situation so widerlich war. Mein privater Wohlfühlradius war deutlich unterschritten. Und auch beim Nachrücken wurde es nicht besser. Ich konnte permanent seinen Atem in meinem Nacken spüren, buärks.

Man war ich froh, als ich endlich dran war und kurz darauf den Laden verlassen konnte.

Murmeltier

Ich glaube, ich bin mit einem Murmeltier schwanger. Wenn es nach mir ginge, könnte ich 12 Stunden oder mehr pro Tag schlafen. Selbst, wenn ich 7 oder 8 Stunden in der Nacht geschlafen habe, bin ich morgens noch total müde. Ich schlepp mich dann durch den Arbeitstag und falle abends schlapp auf die Couch, wo ich erstmal 1 oder 2 Stunde ratze.

Das dann vom Tag nicht mehr viel bleibt, ist klar. Und da leidet das Blog darunter.

Zudem arbeite ich gedanklich an einer neuen Wortwerk-Geschichte und die bindet viel schriftstellerische Kraft, obwohl ich genügend Themen habe, über die ich schreiben könnte. Ich hoffe, dass ich die Geschichte heute fertig kriege, dann sollte da auch mehr Zeit für den alltäglichen Kram sein.

Ansonsten bin ich in die Heißhunger-Phase der Schwangerschaft übergegangen, in der ich den ganzen Tag nur futtern könnte und am Besten nur den ganzen ungesunden Kram. Von dem mir am Ende schlecht wird. Yay!
Aber ich seh es als Zeichen, dass es dem Krümel gut geht und er sich wohl fühlt 🙂

Vollgestopft

Ein aufregender Tag findet langsam ein Ende. War uns ja vorher bekannt, dass es heute ein wenig heftig wird, aber in echt isses dann eben doch immer anders.

Es fing damit an, dass der Kleene ausgerechnet heute meinte, er müsse über eine Stunde vor seiner Zeit munter sein und uns an seiner Wachheit teilhaben lassen. Vor um sieben. Wo meine Augen noch ganz fest zugetackert sind und ich nur ganz schwachen Puls habe. Na gut, dann eben heute etwas früher. Alle Anwesenden, inklusive der Katzen, mit Frühstück versorgt und dann reihum geduscht, exklusive Katzen.

Dann ins Auto und ab zum örtlichen Freizeitpark und der dort stattfindenden Firmenfeier. Eintritt sowie Verpflegung kostenfrei, tolle Sache. Also um 10:30 Uhr Platz für das zweite Frühstück geschaffen. Richtig lecker mit gebratenem Schinken und Würstchen und Rührei und Melone und Müsli und Saft und Nutellabrötchen.

So gestärkt machten wir uns auf den Rundgang durch den Park. Erst die Kindereisenbahn, an der zeitgleich mit uns eine AK-Familie auftauchte, die unserem Kleenen total die Freude an der heißgeliebten Bahnfahrt nahm. Also weiter zum Karussell, welches mit dem Schnaufen einer defekten Druckluftleitung das süßlich-dümmliche Jahrmarktgedudel im Hintergrund übertönte. Das Kind suchte sich ein Pferdchen aus, fand aber dieses Auf und Ab während der Fahrt nicht so geheuer. Es setzte sich lieber in einen Ballon und drehte diesen enthusiastisch um die eigene Achse.

Dann ein weiteres Karussell, welches die horizontale Bahnebene verließ und dadurch einen ordentlichen Welleneffekt erzeugt. Da der Kleene zu klein ist, um alleine damit zu fahren, mussten wir mit. Er fand’s klasse, mein Frühstück auch. Es wollte sich das am liebsten direkt mal ansehen. Ich war froh, als der Kleene eine weitere Runde ablehnte, er wollte lieber zum Piranteschiff. Auf dem Weg dahin faszinierte ihn die große Schiffsschaukel und er wollte unbedingt damit fahren.

Na dann los, in die letzte Reihe im Heck gesetzt, Schutzbügel runtergeklappt und los ging es. Und sah es von außen nach einer normalen Schaukel aus – ein Klacks für unseren mutigen Piraten – war es drinnen doch ganz schön hoch. Und der Moment der Umkehrung und des kurzen freien Falls anschließend ließen unserem kleinen Freibeuter ordentlich das Herz in die Hose rutschen. Da half auch nicht, dass die Mama ihn ganz fest mit einem Arm umklammerte.

Kaum war die Schaukelei vorbei, wollte der Kleene auch sofort noch eine Runde drehen!

Mit sanfter Gewalt haben wir ihn dann aus der Schaukel befördert, auch weil mein Frühstück immer noch in die Freiheit wollte. Danach gönnten wir uns eine kurze Pause am Wasserspielplatz und im Sandkasten, bevor es zur Riesenrutsche weiter ging. Ich hätte ja gedacht, dass nach der letzten Erfahrung der Kleene mehr Respekt vor der Rutsche zeigen würde, aber weit gefehlt. Aufgeregt sprintete er den Berg hoch und setzte sich ohne Zögern in das Rutschgerät.

Der Papa saß schützend hinter ihm und gemeinsam stürzten sie sich die steile Röhre hinunter und kamen kurz darauf wohlbehalten unten an. Wir wollten dann noch zu Wildwasserbahn, mussten aber feststellen, dass diese nur für Kinder ab 8 Jahren zugelassen ist. Als Wiedergutmachung durfte der Kleene nochmals mit der Eisenbahn fahren, diesmal sogar vorne in der Lokomotive. Das Kettenkarussell daneben war ihm aber zu suspekt. Na vielleicht nächstes Jahr.

Es war inzwischen Mittag geworden und das Mittagessen war bereits aufgetischt. Wir hatten zwar alle noch nicht so richtig wieder Hunger, aber das sah alles so lecker aus, da mussten wir nochmal zuschlagen.

Da wir noch eine Verabredung mit dem örtlichen Fußballverein hatten, machten wir uns wieder auf den Weg in die Stadt. Wir passierten gerade den Einlass, als wir den Anpfiff hörten, also nicht viel verpasst. Das Spiel selber war ok, für unsere Mannschaft wesentlich mehr drin, aber die Schiris in der Gesamtheit echte Nieten. Klar können immer wieder mal Fehlentscheidungen passieren, aber einen 3 Meter im Abseits stehenden Spieler nicht zu erkennen, ist schon hart, besonders wenn daraus das Gegentor entsteht. Ein Linienrichter, der nach einer 5 Meter vor ihm stehenden Aktion den Schiedsrichter fragen muss, wer jetzt Einwurf kriegt, ist selten. Einen Schiedsrichter, der vom Linienrichter mehrfach aufgefordert wurde, das klare Foul auch endlich zu pfeifen, habe ich so noch nicht erlebt.

Insgesamt hat von uns sympathisierte Mannschaft das Spiel zwar klar dominiert, es aber grandios verpasst, aus dieser Überlegenheit auch einen Sieg zu machen. Das resultierende Unentschieden fühlt sich dann auch entsprechend schal an.

Während des Spiels hatte der Kleene einen kurzen Hänger und pennte erst bei Papa, dann bei mir, für jeweils 5 Minuten weg. Danach war er wieder topfit, ärgerlich, weil es dann auf die 120-km Fahrt zu den Großeltern ging. Die hätte er wunderbar schlafend absolvieren können, aber nein, da wurde sich stattdessen darüber beschwert, dass die Fahrt so lange dauert und so langweilig sei.

Wohlbehalten bei den Großeltern angekommen, gab es dort auch schon Abendbrot. Die Oma hat sich richtig Mühe gegeben und Gulasch mit Knödel UND Klopse mit Kartoffeln gemacht. Da die Oma eine großartige Köchin ist, musste ich einfach von allem probieren. Und mit diesem ausgeprägten Suppenkoma sollte ich jetzt noch die Heimreise antreten?

Naja, nützt ja nix. Den Kleenen also nochmal ganz fest geknuddelt und ab ins Auto. 120 km abgerissen. Kurz das Internet des heutigen Tages aufgearbeitet – 2 neue Follower, YAY, willkommen!, BaldwerdendeMama? wird wirklich bald Mama, Glückwunsch!  – mich nochmal über das Abseitstor aufgeregt und diesen Artikel hier geschrieben.

Ehrlich, manche Tage sind schon eher langweilig. Der heutige zählt definitiv nicht dazu 🙂

Ganz dickes Lob

Meckern kann ja jeder, und ich ganz besonders, aber loben ist ist doch eher selten. Doch dieses Woche passierte (wieder) etwas, dass ich nicht unerwähnt lassen möchte und das mich (wieder) ordentlich von den Socken gehauen hat.

Ich hatte ja notgedrungen schon zwei Kollegen auf Arbeit erzählt, dass ich schwanger bin. Mein Chef war zu diesem Zeitpunkt noch im Urlaub, dann war er wieder da, aber der Kleene oder ich krank, dann war er zu irgendwelchen Meetings unterwegs, so dass wir uns am Ende in den 1,5 Wochen seit seinem Urlaubsende nur ganze zweimal kurz gesehen haben. Und da ich solche großen Neuigkeiten nicht mal kurz zwischen Tür und Angel besprechen möchte, habe ich eben bis zum Mittwoch nach dem ersten Vorsorgetermin gewartet. Ich bin zwar immer noch mitten in den kritischen ersten 12 Wochen, finde aber, dass Offenheit trotzdem schon angebracht ist. Auch, falls es doch wieder schief gehen sollte, denn durch das Wissen wird auch das Drama für den Chef greifbarer.

Es begab sich also am Mittwoch, dass ich einen Zeitpunkt erwischte, an dem mein Chef mal nicht völlig am Rotieren und Hetzen von einem Termin zum anderen war. Und da sagte ich ihm, dass ich (wieder) schwanger bin und es wohl diesmal auch ganz gut aussieht.

Und ich hatte mir ja alles mögliche an Reaktionen ausgemalt. Augenrollen, Entsetzen, Panik, Ärger, alles war in meiner Vorstellung dabei. Ist ja auch doof, dass sie nach so kurzer Zeit sich schon wieder nach einem Ersatz umsehen müssen, der eingelernt werden muss. Der auch wieder ein paar Euros kostet. Ungeplante Zeit-/Aufwände. Mein Gewissen war dementsprechend schlecht und ich hatte ordentlich Bauchgrummeln.

Aber mein Chef ist irgendwie der Beste der Welt. Er war Null ärgerlich, sondern hat sich ehrlich für mich gefreut, mir gratuliert und mir mein schlechtes Gewissen genommen. Ich kam mir (wieder) wie ein kleines Schulmädchen vor, total verlegen und ängstlich, erzählte ihm von meinen Befürchtungen, aber er nur ganz cool, dass sich alles schon finden würde und meine männlichen IT-Kollegen ja auch gerade in großem Stil vorlegen würden (2 Babies in den letzten beiden Monaten) und überhaupt sind ja ständig Kolleginnen im Unternehmen schwanger, warum also nicht auch ich.

Ich hätt ihn knutschen können. Ehrlich. Aber er ist ja auch verheiratet und hat zwei Kinder 😉