Trinity, Teil 1

Nachdem der Versuch mit Murphy leider nicht so gut geklappt hatte, wollten wir noch einen letzten Versuch starten, unserer Jeannie einen Gefährten zur Seite zu stellen.

Wieder führte uns unser Weg zum Tierheim und wir überlegten, ob wir eine der größeren Katzen aus dem Katzenhaus nehmen sollten. Wir besprachen unser Vorhaben mit dem Personal, aber wie schon zuvor rieten sie uns zu einer ganz jungen Katze. Nach dem Drama mit dem Kater wollten wir diesmal eine Katze, Zickenkrieg hin oder her.

Wir bekamen die Adresse einer netten, alten Dame, die die Katzenjungen in Pflege genommen hatte. Schnell war ein Besuchstermin vereinbart und wir fuhren alle zusammen hin. Die Katzenbabies waren noch sehr jung, gerade mal 10 Wochen alt. Die Dame erzählte uns, dass die Katzen im Alter von 4 Wochen kurz vorm Verhungern gefunden wurden und von der Katzenmama jede Spur fehlte. Seitdem würden sie von ihr aufgepeppelt.

Und es waren auch echte Dürrländer, nur Fell und Knochen, obwohl sie jetzt regelmässig Futter bekamen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie sie ursprünglich ausgesehen haben. Der Wurf bestand aus 3 Schwestern, von denen wir aber nur 2 zu sehen bekamen. Die dritte verkroch sich die ganze Zeit hinterm Sofa. Die zweite wurde von der Pflegemama hochgenommen und als ich sie streicheln wollte, biss sie mir energisch in den Finger. Sympathie sieht irgendwie anders aus.

Blieb noch ein Kätzchen übrig. Dies wagte sich nach gutem Zureden hinter dem Sessel hervor, beschnupperte meine Hand und ließ sich streicheln. Kurz darauf rannte es zwar in irgendeine Ecke, schaute aber immer wieder mal neugierig zu uns herüber. Als die Dame mir die Katze dann auf den Arm setzte, schnurrte sie kurz, aber wollte wieder runter. Mir hat das aber gereicht, für mich war die Entscheidung gefallen. Wir fragten die Pflegerin noch ausgiebig, ob die Katzen auch wirklich stubenrein waren und erzählten ihr von unserem Dilemma mit dem Kater, welches wir unbedingt wieder vermeiden wollten. Aber sie sagte, die Katzen würden von Anfang aufs Katzenklo gehen und es gab nicht ein einziges Missgeschick.

Also war auch diese Hürde genommen. Wir müssten jetzt nur noch alles mit dem Tierheim klar machen, die Gebühren bezahlen und die Katze müsste zur Abschlussuntersuchung und letzten Impfung noch mal dem Tierarzt vorgestellt werden. Dann könnten wir sie mitnehmen.

Eine Woche später war es dann soweit. Wir holten eine gut 1000 Gramm schwere Katze von ihrer Pflegestelle ab und fuhren sie in ihr neues Zuhause. Wir waren sehr gespannt, wie Jeannie mit dem neuen Familienmitglied zurecht kommen würde. Und wir hatten sogar schon einen Namen gefunden, Trinity, in Anlehnung an den 3. Versuch.

Wie erwartet, war unsere alte Dame nicht sonderlich erfreut, über dieses neugierige, vorlaute Fellknäuel, welches ohne irgendwelche Vorbehalte aus der Transportbox sprang. Jeannie knurrte und fauchte, was das Zeug hielt, was aber Trinity unbeeindruckt ließ. Wohl auch, weil sie die Feinheiten des kätzischen Verhaltens nicht von ihrer Mutter lernen konnte und es für sie nur Hintergrundrauschen war.

Nach der ersten Nacht entdeckten wir das Malheur: die kleine Katze hatte in die Küche gekackt. Natürlich waren wir voller Sorge, dass sich das murphische Drama wiederholen würde. Unsere Befürchtungen wurden auch nicht weniger, als wir in nach der 2. Nacht eine Haufen auf der Schlafzimmerschwelle fanden. Da nun mittlerweile Wochenende war und wir mehr Zeit hatten, beobachteten wir die Katzen und ihren Umgang miteinander sehr genau. Und es stellte sich heraus, dass die kleine Katze durchaus aufs Katzenklo ging und dies auch ausgiebig nutzte, nur versperrte ihr die Große immer wieder mal den Weg dahin. Und irgendwann kann sich eine von Verdauungsproblemen geplagte Katze nicht mehr zurückhalten.

Übers Wochenende hatten sich die größten Aversionen der Dicken gelegt, so dass Trinity nun ungehindert Zugang zum Katzenklo hatte. Und seitdem gab es nie wieder Zwischenfälle in Sachen Katzenhygiene.

Wir versuchten inzwischen, die Katze so gut es geht an uns und unser Zuhause zu gewöhnen. Dazu gehörte auch, dass sie so schnell wie möglich den Geruch der alten Damen los wird und unseren annimmt. Wir hofften so auch auf bessere Akzeptanz bei Jeannie. Da ich gegen Katzenbaden bin, es sei denn aus wirklich triftigem Grund, hab ich mir die Kleine immer wieder mal in den Pullover gepackt. Sie fand es herrlich. Es war dunkel, es war warm, es war kuschlig und sie war geschützt. Und in nullkommanix „stank“ sie dann nach mir.

Und der Plan schien auch aufzugehen, an Tag 10 wurden beide Katzen friedlich nebeneinander schlafend auf der Couch gesichtet. 🙂

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