Achterbahn

Jeden Tag was Neues, soll ja nicht langweilig werden.

Ich hatte am Dienstag meinen alten Chef gebeten, mich quasi wieder zurückzunehmen, weil die Situation zu belastend für mich geworden war. Dass dies nicht ging, war uns beiden klar, aber er versprach, sich etwas zu überlegen. Gestern fragte ich vorsichtig nach und er lud mich zu einer kurzen Unterhaltung ein.

Dabei kam heraus, dass ich neuerdings und von mir unbemerkt einen neuen Chef bekommen hatte, der dritte in 3 Monaten. Ich sollte anfangen, sie für den Blog durchzunummerieren. Chef 3 also ist der neue IT-Leiter, mit dem ich am Montag ein sehr ausführliches Gespräch geführt hatte, ohne zu wissen, dass das mein neuer Vorgesetzter ist. Es ging um die aktuelle generelle Situation und wie man am Besten die alten verkrusteten Strukturen aufbrechen und neue, zielführendere Prozesse etablieren kann. Ich fand ihn erfrischend, aber auch ein wenig naiv, versprach dennoch, tatkräftig mitzuhelfen.

Einen Tag später erzählte ein Kollege von seinen Erfahrungen mit Chef 3, welche mein Bild von ihm ein wenig eintrübte. Gestern rasselte ich ja persönlich mit ihm zusammen. Als mich dann Chef 1 fragte, wie ich Chef 3 einschätzte, konnte ich nur sagen, dass sich meine Meinung quasi stündlich ändere. Mal finde ich ihn toll, mal denke ich, was für ne Plinse. Was ich ihm aber zugute halten muss ist, dass ich offen mit ihm über Probleme reden kann, dass ich nicht das Gefühl habe, auf jedes Wort achten zu müssen und ich denke, dass er eher niemand ist, der andere in die Pfanne hat. Mit der Faust auf den Tisch hauen, das denke ich schon, aber kann bei den IT-lern nicht schaden, die lebten zu lange in ihrem Dornröschenschloss.

Chef 1 meinte weiterhin, dass er Chef 3 empfehlen wird, sich zwischen sämtliche seiner Mitarbeiter und der Beschaffungsabteilung, namentlich BK, zu stellen, um so einen Puffer zu bilden. C1 hätte das auch schon so gemacht, weil anders eine halbwegs konstruktive Zusammenarbeit mit BK nicht möglich gewesen wäre. Ich meinte, das ist toll, nur ist BK Teil des Lizenzmanagementteams, was es mir quasi unmöglich macht, C3 als Puffer zu verwenden, ich könne ihn ja schlecht zu den Teammeetings mitnehmen. C1 sagte, dass er empfehlen wird, das Lizenzmanagementteam aufzulösen, da die Beschaffung dort gar nichts zu suchen hat, sondern erst ins Spiel kommt, wenn es um den letztendlichen Kauf geht. Da sind alle wichtigen Fragen schon geklärt.

Ich hätte C1 knutschen können.

Erneut brachte ich die Sprache auf die Entfristung meines Vertrags und C1 war erstaunt, dass dies immer noch nicht geschehen ist. Ich erklärte, dass ich mit C2 damals beim Positionswechsel vereinbart hatte, dass dies mit der Entfristung einhergeht, aber als ich zwei Wochen später nachfragte, konnte sich C2 nicht mehr daran erinnern. Als ein Kollege C3 vor Kurzem nach der Entfristung fragte, meinte der nur trocken, es wäre ja noch genug Zeit und er sähe gar kein Problem darin, wenn sich der Kollege am 1. Juli erstmal auf dem Amt meldet.

Sowas kommt gar nicht gut und entsprechend zurückhaltend bin ich, jetzt selber C3 zu fragen. Das sagte ich C1 und der kannte – natürlich – die Geschichte auch schon. Und meinte, dass er diese Aussage für sehr unglücklich hielt und dafür C3 ein wenig den Kopf gewaschen hätte, woraufhin C3 einlenkte und seinen Fehler tatsächlich einsah. Der Kollege ist zwar immer noch befristet, aber ein Chef, der einen Fehler einsieht, ist schon mal eine klasse Sache.

Wenn sich die Umzugsgeschichte hier ein wenig beruhigt hat, werde ich einen erneuten Versuch der Entfristung starten. Muss doch irgendwie möglich sein.

Ansonsten unterhielten sich C1 und ich noch über dies und das, an generellen Gesprächsthemen mangelt es derzeit nicht. Ich bin jetzt ein wenig entspannter, was meine persönliche Situation angeht. Dafür verschärft sich die Arbeitslast gerade dramatisch, da wir Ende Mai das Voraudit zur ISO27001-Zertifizierung haben und aktuell nicht ein einziges Dokument auf einem halbwegs brauchbaren Stand ist. Diese ca. 50 Dokumente bis zum Termin aufzupäppeln, ist jetzt meine Aufgabe und ich habe nicht die geringste Ahnung, wie ich das schaffen soll. Vermutlich so wie immer, ein Dokument nach dem anderen.

Mögest du in interessanten Zeiten leben.

Ein Kommentar zu “Achterbahn

  1. und? gibt’s was neues?

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